Dipl.-Psych. Piero Rossi
Fachpsychologe für Psychotherapie FSP
Ausserdorfstrasse 36; CH-5603 Staufen
062 891 77 90

 

Diagnostik bei ADHS-Verdacht

ADHS-Symptome sind unspezifisch, nötig ist eine gründliche Abklärung
Unaufmerksamkeit, Unruhe und hyperaktives Verhalten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen können Symptome verschiedenster Entwicklungsstörungen, von psychischen und neurologischen Erkrankungen sowie von psychosozialen Belastungssituationen darstellen. Den Ursachen von problematischen Verhaltensweisen, welche den Verdacht auf Vorliegen einer ADHS begründen, gehe ich deshalb besonders sorgsam auf den Grund.
Konkret bedeutet dies, dass wir bei ADHS-Verdacht im diagnostischen Prozess systematisch auch allen anderen möglichen Ursachen nachgehen.

Es gibt keine eigentliche "ADHS-Abklärung". Vielmehr erfolgt (auch bei dringendem Verdacht auf Vorliegen einer ADHS) eine breite Untersuchung unter Einbezug aller möglichen Ursachen des Problemverhaltens.

Zum ADHS-Merkblatt. Weitere Informationen zur ADHS: Siehe hier.

 

Ablauf einer Abklärung bei Verdacht auf ADHS
bei einem Kind oder einer/einem Jugendlichen

Erforderlich sind je nach Alter des Kindes insgesamt zwischen vier und acht Konsultationen:

  • In meiner Praxis umfassen die Untersuchungen bei Verdacht auf Vorliegen einer ADHS bei Kindern und Jugendlichen in einem ersten Schritt eine circa einstündige Besprechung mit den Eltern. Ihnen werden Fragebögen zum Problemverhalten mitgegeben. Sie werden gebeten, einen ausführlichen Lebensbericht über das Kind zu schreiben, Zeugniskopien zu erstellen sowie einen Familienstammbaum zu zeichnen. Aus diesem soll hervorgehen, inwieweit auch bei anderen Familienangehörigen Entwicklungsstörungen oder psychische Erkrankungen vorliegen.
  • Dann erfolgt - je nach Alter auf zwei bis vier Tage verteilt - eine insgesamt fünf- bis siebenstündige klinisch- und neuropsychologische Untersuchung des Kindes bzw. der/des Jugendlichen.
  • Ausserdem wird die Lehrkraft des Kindes mittels Fragebogen zum Arbeits-, Lern- und Sozialverhalten befragt. Falls erforderlich finden auch Schulbesuche statt.
  • Im Anschluss an die Besprechung der Untersuchungsbefunde und des weiteren Vorgehens (Dauer cirva 1,5h) erhalten der oder die zuweisende Arzt/Ärztin sowie die Eltern einen ausführlichen Untersuchungsbericht.
  • Hinweise zum konkreten Ablauf einer Abklärung siehe hier.
Ablauf einer Abklärung bei Verdacht auf ADHS
bei einer erwachsenen Person

Erforderlich sind insgesamt vier Konsultationen:

  • Erstgespräch (circa 1h). Die Patientinnen und Patienten erhalten anschliessend verschiedene Fragebögen, schreiben einen Lebensbericht, erstellen ein Familiengenogramm ("Stammbaum") und werden gebeten, uns Zeugnisse und Kopien früherer Berichte zuzustellen. Sofern die Ratsuchenden in einer Zweierbeziehung leben, werden auch für den/die Lebenspartner-/in Fragebögen mitgegeben. Im Anschluss an die Besprechung der Untersuchungsbefunde und des weiteren Vorgehens erhalten der oder die zuweisende Arzt/Ärztin sowie die beziehungsweise der Ratsuchende einen ausführlichen und mehrseitigen Untersuchungsbericht.
  • Dann erfolgt eine rund  fünfstündige klinisch- und neuropsychologische Untersuchung.
  • Ungefähr eine Woche später findet die Besprechung der Befunde sowie die Therapieplanung statt (Dauer 1 - 1,5h).
  • Anschliessend wird ein ausführlicher Untersuchungsbericht erstellt. Im Einverständnis der Patientin beziehungsweise des Patienten geht der Bericht an die zuweisende Stelle (meistens Hausarzt). Eine Kopie geht an die Patientin oder den Patienten.

Zum ADHS-Merkblatt. Weitere Informationen zur ADHS: Siehe hier.

 

Diese Seite wurde letztmals aktualisiert am 13.06.2011